Das Piratenschiff ist eines der eindrucksvollsten Modelle, die wir führen — und eines der aufwendigsten. Rumpf, Geschützpforten, Heckfenster, Masten und am Ende die komplette Takelage: Da steckt richtig was drin.
Genau deshalb haben wir die Stellen zusammengetragen, an denen es erfahrungsgemäß hakt. Nichts davon ist schwierig — man muss nur vorher wissen, worauf man achtet. Wer diese Punkte kennt, baut deutlich entspannter.
Nimm dir Zeit. Das ist kein Modell für einen Abend, und es macht mehr Freude, wenn du es nicht durchziehst.
Bevor du anfängst
- Teile sortieren. Leg die Platten in der Reihenfolge bereit, in der sie in der Anleitung auftauchen. Das spart später viel Sucherei.
- Das Wachs liegt bei. Viele lassen es ungenutzt — ein Fehler. Du brauchst es an mehreren Stellen, und es ist der Unterschied zwischen „klemmt“ und „läuft“.
- Holzleim bereitlegen. Die Anleitung verlangt ihn nicht überall, aber an einigen Stellen ist er dringend zu empfehlen. Welche das sind, steht unten.
- Verpackung aufheben, bis das Modell fertig ist. Kleine Teile brechen beim Transport gern aus den Platten und liegen dann zwischen den Kartonlagen.
1 · Der Sockel — C11 und C14
Setze C11 und die beiden C14 erst zusammen und dann als Ganzes in den Sockel. Andersherum wird es fummelig.
Die C14-Teile sitzen etwas locker — ein Tropfen Leim an der Verbindung zu C11 hält alles an Ort und Stelle. Zum Ausrichten der unteren Enden hilft ein Stift.
Nicht mit Kraft arbeiten. Der Übergang zwischen C11 und C14 ist empfindlicher, als er aussieht.
2 · Der Rumpf und die 20 Schrauben
Die langen Teile F44 bis F53 kommen an beide Seiten des Gerüsts und werden mit 20 Schrauben fixiert. Die Löcher dafür sind in der Anleitung rot markiert.
Der entscheidende Punkt: Setze jede Schraube genau auf das Loch an. Spürst du beim Drehen Widerstand, als würde die Schraube Holz verdrängen statt einzugreifen — dreh zurück und setz neu an.
Die ersten vier oder fünf sind die unangenehmsten. Danach hast du den Dreh raus.
3 · Die Papierverkleidung an Bug und Heck
An den Bug kommt ein größeres Papierteil, ans Heck ein kleineres. Zwei Dinge machen den Unterschied:
- Die Spitzen richtig andrücken. Egal ob du das beiliegende doppelseitige Klebeband nimmst oder Leim — wenn die spitzen Enden nicht sauber halten, stehen sie später ab und das sieht man dem fertigen Schiff an.
- Vor dem Schrauben ausrichten. Prüfe auf beiden Seiten, ob die Löcher im Papier genau über denen im Rumpf liegen. Sitzt es schief, wird das Verschrauben zur Geduldsprobe.
Wer das Schiff lieber selbst bemalt, kann die Papierteile auch weglassen und den Rumpf direkt lackieren.
4 · Die 16 Geschützpforten — hier kommt das Wachs ins Spiel
Die Geschützpforten verdecken die Kanonen und werden von ihnen aufgedrückt, wenn du den Mechanismus betätigst. Das ist eines der schönsten Details am ganzen Modell.
Das häufigste Problem: Einzelne Pforten öffnen nicht richtig oder klappen nicht wieder zu.
Die Lösung: Wachse jede einzelne Aufnahme — also die runden Löcher, in denen die Pforten sitzen — bevor du sie einsetzt. Das dauert fünf Minuten und spart dir hinterher viel Ärger.
5 · Die Rundungen E63
Die beiden runden E63-Teile sind sehr empfindlich. Sie brechen leicht, wenn B19 darübergesetzt wird — auch bei vorsichtigem Arbeiten.
Wachse die spitzen Enden vorher leicht ein, dann rutscht das Gegenstück besser darüber.
Falls doch etwas bricht: halb so wild. Die Stelle verschwindet später unter B19.
6 · Die Schiffsglocke
Die Glocke E56 hängt zunächst nur lose in ihrer Halterung und fällt beim Weiterbauen leicht heraus.
Kleb sie fest, bevor du die Halterung oben anbringst. Sonst suchst du sie mehrmals.
7 · Die Treppen
Die Stufen stecken waagerecht in den E2-Teilen und sitzen nicht besonders fest. Sie verrutschen, stoßen aneinander oder fallen heraus.
Leim ist hier klar die bessere Wahl — und zwar auch bei den weiteren Treppen, die später noch kommen.
8 · Das Heckfenster
Kleb D4 und D10 an die Fensterkonstruktion.
Warum: Wenn du sie nur einsteckst, musst du sie festhalten, während du C31 darüber faltest. C31 ist empfindlicher, als es aussieht, und bricht genau bei diesem gleichzeitigen Halten und Biegen gern durch.
9 · Die Ausrichtung am Heck
Nimm dir hier bewusst Zeit. Sitzt die Fensterkonstruktion nicht sauber und mittig am Heck, passt D27 im nächsten Schritt auf einer Seite nicht mehr — und dann lässt sich das kaum noch korrigieren.
Lieber einmal mehr hinschauen, bevor der Leim anzieht.
10 · Bugreling, Seepferdchen und Anker
Diese drei Baugruppen folgen direkt aufeinander — und alle drei halten ohne Leim schlecht. Sie lösen sich leicht und fallen ab.
Verleimen, auch wenn die Anleitung es nicht ausdrücklich verlangt.
11 · Achtung: eine Stelle, an der die Anleitung irreführt
Das ist der wichtigste Hinweis auf dieser Seite.
Auf Seite 31 wirst du gebeten, aus C36 (2×), B5 (2×) und C37 ein kleines Bauteil zusammenzusetzen und es hinten auf die Kapitänskajüte zu montieren.
Bau es zusammen — aber montiere es noch nicht.
Auf Seite 33 taucht dasselbe Teil erneut auf. Dort sollst du zuerst ein Seil daran befestigen und es danach anbringen. Wer es schon auf Seite 31 montiert hat, muss es zwischen Masten und Segeln wieder abnehmen — und das ist unangenehm.
Leg es einfach beiseite, bis du bei Seite 33 bist.
12 · Die Masten setzen
Die Masten werden durch die Masthalter auf dem Deck geführt und dann in die darunterliegenden Löcher gesteckt.
Nicht drücken, sondern tasten. Ist der Mast im Halter, beweg ihn leicht hin und her, bis du spürst, dass er über dem Loch steht. Dann gleitet er von selbst hinein.
Ein Tipp gegen die Anleitung: Sie schlägt vor, von vorn nach hinten zu arbeiten. Von hinten nach vorn ist deutlich bequemer.
13 · Die Takelage zum Schluss
Was jetzt kommt, sieht auf den Bildern komplizierter aus, als es ist. Wenn du der Anleitung Schritt für Schritt folgst und die Seile unterwegs gleichmäßig straff ziehst, ist die Takelage der entspannteste Teil des ganzen Aufbaus.
Hier lohnt sich Ruhe besonders. Ein nachgezogenes Seil sieht man dem fertigen Schiff sofort an.
Und wenn doch etwas schiefgeht?
Ein Teil gebrochen oder verschwunden? Kein Problem. Such zuerst die Verpackung gründlich ab — kleine Teile verstecken sich gern zwischen den Kartonlagen. Wenn es dann immer noch fehlt, melde dich einfach bei uns mit deiner Bestellnummer und einem Foto. Wir kümmern uns darum.
Und wenn dein Piratenschiff fertig ist: Wir freuen uns immer über Bilder. 💚
Schreib auch gerne wenn es dir hier weitergeholfen hat.